Wie sieht eine Muschel von innen aus – und was davon ist für Besucher*innen wirklich interessant und nachvollziehbar? Für die Entwicklung des Ausstellungsmodells wurde zunächst ein digitales 3D-Modell der Flussperlmuschel erstellt, das als gemeinsame Grundlage für den inhaltlichen und gestalterischen Austausch diente.
Über ein browserbasiertes 3D-Modell konnten alle Beteiligten die Anatomie der Muschel aus verschiedenen Perspektiven betrachten und diskutieren.
So wurde iterativ geklärt, welche Strukturen relevant sind, was sichtbar gemacht werden soll und wie sich komplexe Inhalte verständlich darstellen lassen.
Auf Basis des Abstimmungsmodells wurden zwei unterschiedliche Versionen entwickelt:
- ein Low-Poly-Modell für die interaktive Anwendung
- ein High-Poly-Modell als Grundlage für ein physisches, haptisches Ausstellungsobjekt.
Das physische Modell wurde im Maßstab einer großen Muschel umgesetzt und lädt dazu ein, die Form nicht nur visuell, sondern auch taktil zu erfassen. Vor der finalen Produktion wurden mehrere 3D-Druck-Tests durchgeführt, um Proportionen, Lesbarkeit und Detailgrad zu optimieren. Die finale Umsetzung erfolgte eine auf Modellbau spezialisierte Firma.
Das digitale Modell übersetzt die Anatomie der Flussperlmuschel in eine interaktive Anwendung. Auf einem Touch-Display lässt sich die Muschel frei betrachten und gezielt erkunden. Einzelne Bestandteile werden direkt am Objekt verortet und benannt; durch Auswahl können zusätzliche Inhalte wie Bilder und vertiefende Informationen aufgerufen werden.
So entsteht ein schrittweiser Zugang: vom Überblick zur Detailinformation.
Die Nutzer*innen bestimmen selbst, wie tief sie einsteigen – und erschließen sich die komplexe Struktur der Muschel im eigenen Tempo.
Das haptische Modell ermöglicht einen unmittelbaren Zugang zur Anatomie der Flussperlmuschel. Durch gezielte Reduktion und Hervorhebung wurden zentrale funktionale Bereiche freigelegt und verständlich gestaltet.
Im Fokus standen dabei Fragen wie:
- Welche Strukturen müssen sichtbar sein, um die Funktionsweise zu verstehen?
- Was wird bewusst vereinfacht oder geöffnet dargestellt?
- Wie lässt sich die Form so übersetzen, dass sie intuitiv erfassbar ist – auch durch Berührung?
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